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Was ist libertär?

Die wichtigste Seite dieser Website. Wer wir sind, was wir glauben, wovon wir uns abgrenzen – und warum diese Seite existiert.

Was ist libertär? Was wir nicht sind Warum jetzt FAQ

// Libertär heißt: Dein Leben gehört dir.

Libertär ist kein Parteiprogramm. Es ist kein Trend und kein Label, das man sich anheftet, weil es cool klingt. Libertär ist eine Haltung, die auf einem einzigen Axiom beruht: Kein Mensch hat das Recht, einem anderen Menschen Gewalt anzutun oder ihn zu zwingen – auch nicht, wenn er dafür eine Mehrheit hat, eine Uniform trägt oder ein Gesetz verabschiedet hat.

Alles andere folgt daraus. Jede Steuer, jede Regulierung, jede Vorschrift muss sich an dieser Frage messen lassen: Wurde Gewalt angedroht, um sie durchzusetzen? Wenn ja, dann ist sie ein Problem – egal, wie gut die Absicht klingt.

Individuelle Freiheit

Du gehörst dir selbst. Nicht dem Staat, nicht der Gesellschaft, nicht dem Kollektiv. Dein Körper, dein Eigentum, deine Entscheidungen – solange du niemand anderem schadest, hat niemand das Recht, dir Vorschriften zu machen. Das gilt für deine Meinung, deinen Lebensstil, deine Sexualität, deine Religion oder deren Abwesenheit, deine Substanzen, deine Verträge. Freiheit ist nicht teilbar. Entweder sie gilt für alle – oder sie ist ein Privileg, das jemand verteilt.

Freie Märkte

Freie Märkte bedeuten nicht, dass Konzerne tun können, was sie wollen. Das Gegenteil ist der Fall: In einem echten freien Markt gibt es keine Bailouts, keine Subventionen, keine Zölle, keine Lobby-Gesetze, die Newcomer aussperren. Wenn eine Bank pleitegeht, geht sie pleite. Wenn ein Unternehmen Mist baut, verliert es Kunden. Der freie Markt ist das demokratischste System, das existiert – jeder Euro ist eine Stimme, jede Transaktion freiwillig. Was wir heute haben, ist kein Kapitalismus. Es ist Korporatismus: ein Kartell aus Staat und Großkonzernen, das sich gegenseitig schützt. Wir sind gegen dieses System. Nicht dagegen, dass Menschen handeln, tauschen und Werte schaffen.

Eigenverantwortung

Freiheit ohne Verantwortung ist Kinderei. Wer libertär denkt, akzeptiert die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Niemand schuldet dir etwas. Kein Staat muss dich auffangen, wenn du Risiken eingehst. Aber das bedeutet auch: Niemand hindert dich am Aufstieg. Keine Bürokratie, die dein Gewerbe blockiert. Keine Abgabenquote von 50 Prozent, die dich bestraft, wenn du mehr arbeitest als andere. Eigenverantwortung ist kein kalter Sozialdarwinismus – sie ist die Grundlage für echte Solidarität. Denn freiwillige Hilfe ist Mitgefühl. Erzwungene Umverteilung ist Diebstahl mit gutem Gewissen.

Das Nicht-Aggressionsprinzip (NAP)

Das Nicht-Aggressionsprinzip ist das ethische Fundament des Libertarismus. Es besagt: Niemand darf physische Gewalt initiieren – weder gegen Personen noch gegen deren Eigentum. Selbstverteidigung ist erlaubt. Zwang ist es nicht. Dieses Prinzip klingt simpel, hat aber radikale Konsequenzen: Es delegitimiert Wehrpflicht, Besteuerung unter Androhung von Haft, Drogenverbote, Zensur und staatliche Überwachung. Es delegitimiert jeden Krieg, der nicht reine Selbstverteidigung ist. Es delegitimiert die Idee, dass eine Regierung Menschen zu irgendetwas zwingen darf – auch nicht zum „Guten".

Technologie als Befreiung

Die Cypherpunks hatten Recht: Code ist Gesetz. Verschlüsselung ist ein Menschenrecht. Bitcoin ist die Trennung von Geld und Staat. Nostr ist die Trennung von Kommunikation und Plattform. Open Source ist die Trennung von Werkzeugen und Konzernen. Technologie ist der einzige Bereich, in dem sich Freiheit nicht durch Abstimmungen erkämpft werden muss, sondern durch Mathematik erzwungen wird. Ein Staat kann eine Meinung verbieten. Er kann nicht verhindern, dass eine verschlüsselte Nachricht ihren Empfänger erreicht. Diese asymmetrische Macht – die Macht des Individuums gegenüber dem Staat – ist die größte Errungenschaft der Informatik. Wir verteidigen sie bedingungslos.

Das ist libertär. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist die radikale Idee, dass erwachsene Menschen in der Lage sind, ihr eigenes Leben zu führen – ohne dass jemand anderes entscheidet, was gut für sie ist.

// Klare Kante: Was wir nicht sind.

Der Begriff „libertär" wird in Deutschland ständig missbraucht, missverstanden oder absichtlich falsch eingeordnet. Zeit, das klarzustellen. Endgültig.

Libertär ist nicht rechts.

Das ist die häufigste Verwechslung – und die gefährlichste. Weil ein paar Figuren im Internet „libertär" sagen und Nationalismus meinen, müssen wir das hier in aller Deutlichkeit aufräumen. Libertarismus und rechte Politik könnten unterschiedlicher nicht sein:

Thema
Rechts
Libertär
Identität
Nationalismus – das Volk als Einheit
Individualismus – jeder Mensch ist einzigartig
Grenzen
Geschlossene Grenzen, Festung Europa
Offene Grenzen, Freizügigkeit als Menschenrecht
Staat
Autoritärer Staat, starke Führung
Kein oder minimaler Staat
Werte
Traditionelle Werte als Gesetz für alle
Jeder lebt nach seinen eigenen Werten
LGBTQ+
Homophobie, Ablehnung, „Familienbild"
Volle Gleichberechtigung, dein Leben geht niemanden etwas an
Militär
Militarismus, Aufrüstung, Wehrpflicht
Gewaltfreiheit, keine Wehrpflicht, keine Angriffskriege
Zugehörigkeit
Ethnische Identität, Blut und Boden
Individuum vor Kollektiv, Herkunft ist irrelevant
Handel
Protektionismus, Zölle, „Buy National"
Globaler Freihandel ohne Barrieren
Ordnung
Law & Order, härtere Strafen, Überwachung
Entkriminalisierung, Bürgerrechte vor Sicherheitstheater
Kultur
Kulturelle Homogenität als Ziel
Vielfalt als natürliches Ergebnis von Freiheit

Wer sich „libertär" nennt, aber gegen Einwanderung ist, gegen LGBTQ+-Rechte wettert oder einen starken Nationalstaat fordert – ist nicht libertär. Punkt. Er missbraucht den Begriff, um autoritäre Positionen gesellschaftsfähig zu machen. Wir lassen das nicht durchgehen.

Libertär ist nicht links.

Viele libertäre Positionen klingen auf den ersten Blick progressiv: Drogenlegalisierung, offene Grenzen, LGBTQ+-Rechte, Antimilitarismus. Deshalb versuchen manche, uns ins linke Spektrum einzuordnen. Das ist genauso falsch. Hier sind die Bruchlinien:

Keine Umverteilung durch Zwang

Solidarität ist freiwillig oder sie ist Diebstahl. Steuern, die unter Androhung von Gewalt eingezogen werden, um sie nach politischem Gutdünken umzuverteilen, sind kein Ausdruck von Mitgefühl – sie sind ein Ausdruck von Macht. Wer helfen will, soll helfen. Niemand muss dazu gezwungen werden.

Kein Kollektivismus

Es gibt keine „Gesellschaft", die Ansprüche an dich hat. Es gibt keine Gruppenidentität, die über deinen individuellen Rechten steht. Du bist kein Mitglied einer Klasse, einer Rasse, eines Geschlechts – du bist du. Identitätspolitik von links ist genauso freiheitsfeindlich wie die von rechts.

Keine Sprachpolizei

Redefreiheit ist absolut. Ja, auch für Dinge, die dir nicht gefallen. Ja, auch für Meinungen, die du für falsch hältst. Der richtige Umgang mit schlechten Ideen ist Gegenrede, nicht Zensur. Wer nach dem Staat ruft, um Sprache zu regulieren, hat das Prinzip nicht verstanden – egal, wie edel die Motivation klingt.

Keine Verstaatlichung

Weder von Wohnungen, noch von Energie, noch von Gesundheit. Jedes Mal, wenn der Staat ein Monopol übernimmt, wird der Service schlechter, die Innovation stirbt und die Bürokratie wächst. Die Lösung für schlechte Märkte ist mehr Wettbewerb, nicht weniger.

Kein Paternalismus

Wir sind gegen jede Bevormundung – auch die gut gemeinte. Nein, du musst Erwachsene nicht vor sich selbst schützen. Nein, du musst keine Zuckersteuer einführen. Nein, du musst Zigarettenschachteln nicht mit Horrorbildern bedrucken. Menschen sind mündig. Wer das nicht glaubt, sollte nicht über die Freiheit anderer bestimmen.

Libertär ist nicht „politische Mitte".

Wir sind keine Zentristen, die sich nicht entscheiden können. Wir sind keine „von jedem ein bisschen"-Pragmatiker. Libertarismus ist eine eigenständige politische Philosophie mit einer über 300 Jahre alten intellektuellen Tradition.

John Locke formulierte bereits im 17. Jahrhundert das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum – Ideen, die später in die amerikanische Unabhängigkeitserklärung einflossen. Frédéric Bastiat demontierte im 19. Jahrhundert jeden protektionistischen Mythos und entlarvte den Staat als das, was er ist: legalisierter Raub. Sein Essay „Das Gesetz" liest sich, als wäre er gestern geschrieben.

Friedrich August von Hayek zeigte, warum zentrale Planung immer scheitert – und warum der „Weg zur Knechtschaft" mit guten Absichten gepflastert ist. Murray Rothbard zog die logische Konsequenz und begründete den Anarchokapitalismus: die konsequente Ablehnung jeder staatlichen Gewalt, auch der demokratisch legitimierten.

Und die Cypherpunks – Phil Zimmermann, Tim May, Eric Hughes – übersetzten diese Ideen in Code. PGP, Bitcoin, Tor, Signal: technische Werkzeuge, die individuelle Freiheit gegen staatliche Überwachung durchsetzen, ohne auf Erlaubnis zu warten. Libertarismus ist keine Mitte. Er ist eine andere Achse.

Libertär ist keine Partei.

libertär.com ist unabhängig. War es immer, wird es immer sein. Wir sind mit keiner Partei verbunden, von keiner Partei finanziert und keiner Partei verpflichtet. Nicht der FDP, nicht der AfD, nicht den Grünen, nicht der CDU. Keiner.

Parteien sind Machtapparate. Ihr Ziel ist nicht Freiheit – ihr Ziel ist Regierungsbeteiligung. Jede Partei, die je in Deutschland „Freiheit" versprochen hat, hat am Ende mehr Staat geliefert, mehr Überwachung, mehr Bürokratie, mehr Schulden. Das liegt nicht an den falschen Leuten. Es liegt am System. Wer in ein System einsteigt, das auf Zwang basiert, wird Teil des Zwangs. Wir bleiben draußen.

// Das Fass ist übergelaufen.

Ich bin nicht als Libertärer aufgewacht. Ich bin Gründer, Vater, Bürger in Deutschland. Ich habe jahrelang gemacht, was man halt so macht: gearbeitet, Steuern gezahlt, gewählt, gehofft, dass es besser wird. Es wurde nicht besser. Es wurde schlimmer. Und 2025/2026 sind zwei Dinge passiert, die mich nicht mehr schweigen lassen.

1. Die Klarnamenpflicht im Internet

März 2026

Bundeskanzler Friedrich Merz hat im März 2026 die Einführung einer Klarnamenpflicht im Internet vorangetrieben. Die Idee: Wer online etwas schreibt, soll mit seinem echten Namen identifizierbar sein. Alexander Dobrindt (CSU) unterstützt das Vorhaben. Christine Lambrecht und SPD-Justizpolitiker wie Herbert Reul fordern parallel die Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen – also die verdachtslose Protokollierung, welcher Bürger wann welche Website besucht hat.

Die offizielle Begründung ist immer dieselbe: Hass im Internet, Terrorismus, Kinderschutz. Drei Worte, die jede Diskussion beenden sollen. Drei Worte, mit denen man jede Überwachungsmaßnahme rechtfertigen kann, wenn man nur will.

Was eine Klarnamenpflicht tatsächlich bedeutet: Whistleblower können nicht mehr anonym auf Missstände hinweisen. Journalisten können ihre Quellen nicht mehr schützen. Queere Jugendliche in konservativen Familien können sich nicht mehr anonym austauschen. Oppositionelle in hybriden Systemen – und Deutschland ist auf dem Weg dorthin – verlieren ihren letzten sicheren Raum. Politisch Andersdenkende werden durch ihre digitale Identität angreifbar.

Ich bin Gründer. Ich baue Software. Ich weiß, was technisch möglich ist, wenn der Staat die Identität jedes Nutzers kennt. Es gibt kein „wir nutzen das nur gegen die Bösen". Es gibt nur: der Staat hat die Daten – oder er hat sie nicht. Und wenn er sie hat, wird er sie nutzen. Gegen Steuerhinterzieher, gegen Demonstranten, gegen unbequeme Journalisten, gegen dich. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist die Geschichte jedes Überwachungsstaates, der je existiert hat.

2. Die Ausreisegenehmigungspflicht

Januar 2026

Im Rahmen der Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht hat die Bundesregierung Anfang 2026 eine Regelung auf den Weg gebracht, die mich sprachlos gemacht hat: Männer zwischen 17 und 45 Jahren sollen für Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten eine Genehmigung der Bundeswehr benötigen. Eine Ausreisegenehmigungspflicht.

Das Argument lautet: „Solange der Wehrdienst freiwillig bleibt, ist das nur eine Formalität." Das ist eine Lüge. Erstens: Wenn es nur eine Formalität wäre, bräuchte man sie nicht. Zweitens: Die Infrastruktur für Zwang wird aufgebaut, bevor der Zwang kommt. So war es immer. Erst die Registrierung, dann die Pflicht. Erst die Datenbank, dann die Einberufung.

Das letzte Mal, als deutsche Bürger eine Genehmigung brauchten, um ihr Land zu verlassen, war in der DDR. Das ist kein Vergleich, den ich leichtfertig ziehe. Aber er drängt sich auf. Eine Regierung, die ihren Bürgern vorschreibt, ob sie ausreisen dürfen, behandelt sie nicht als freie Menschen. Sie behandelt sie als Verfügungsmasse.

Ich bin Vater. Ich bin 37. Ich falle genau in die Altersgruppe. Und ich sage ganz klar: Ich lasse mir von keinem Staat vorschreiben, ob ich mit meiner Familie ins Ausland gehen darf. Ich lasse mich nicht registrieren wie ein Wehrpflichtiger, wenn es angeblich keine Wehrpflicht gibt. Und ich lasse mich von keiner Regierung als potenziellen Soldaten vormerken, nur weil ich ein Mann im „richtigen" Alter bin. Das ist mein Körper. Das ist mein Leben. Das ist meine Entscheidung.

Deshalb libertär.com.

Ich habe diese Seite nicht gebaut, weil ich Lust auf ein politisches Hobby hatte. Ich habe sie gebaut, weil ich es nicht mehr aushalte, zuzusehen. Weil ich es nicht mehr aushalte, in einem Land zu leben, in dem die Regierung gleichzeitig Klarnamenpflicht, Vorratsdatenspeicherung, Ausreisegenehmigung und die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert – und die Mehrheit der Bevölkerung das normal findet.

Es ist nicht normal. Es ist autoritär. Und es ist mir egal, ob es von der CDU kommt, der SPD, den Grünen oder der AfD. Autoritarismus ist Autoritarismus – unabhängig davon, welche Partei ihn durchsetzt und welche Begründung sie dafür liefert.

libertär.com ist mein Beitrag. Laut, offen, unter meinem echten Namen. Solange ich das noch darf.

// FAQ

Bist du in der FDP? Ist das hier ein FDP-Projekt? +

Nein. Die FDP redet von Freiheit und stimmt für Überwachung. Sie war Koalitionspartner, als die Vorratsdatenspeicherung eingeführt wurde. Sie hat in Regierungsbeteiligung keine einzige libertäre Reform durchgesetzt – keinen Bürokratieabbau, keine Steuersenkung, keine Deregulierung. Die FDP ist eine wirtschaftsliberale Rhetorik-Partei, die im Ernstfall jeden Kompromiss eingeht, um an der Macht zu bleiben. Wir haben mit der FDP nichts zu tun. Wir haben mit keiner Partei etwas zu tun.

Seid ihr Anarchisten? +

Anarchokapitalisten, ja. Das heißt: Wir glauben, dass alle Dienstleistungen, die der Staat heute als Monopolist anbietet – Sicherheit, Rechtsprechung, Infrastruktur – besser, günstiger und gerechter durch freiwillige Kooperation auf freien Märkten erbracht werden können. Das klingt radikal, ist aber nur die konsequente Anwendung des Prinzips, das jeder akzeptiert, wenn es um Brot, Autos oder Smartphones geht: Wettbewerb liefert bessere Ergebnisse als Monopole. Wir sind keine Chaos-Anarchisten. Wir sind gegen den Staat – nicht gegen Ordnung.

Seid ihr gegen Demokratie? +

Wir sind gegen die Tyrannei der Mehrheit. Demokratie bedeutet heute: 51 Prozent können den anderen 49 Prozent vorschreiben, wie sie zu leben haben. Das ist kein moralisches Prinzip – das ist Mob-Herrschaft mit Wahlurne. Individuelle Rechte stehen über Mehrheitsentscheidungen. Dein Recht auf freie Meinungsäußerung, auf dein Eigentum, auf deinen Körper – das sind keine Dinge, über die abgestimmt werden darf. Weder von einer Regierung noch von einem Parlament noch von einer Volksabstimmung. Wenn 99 Prozent dafür stimmen, dir dein Haus wegzunehmen, ist es trotzdem Diebstahl.

Bitcoin verbraucht so viel Energie – ist das nicht schlecht für die Umwelt? +

Das globale Bankensystem – Filialen, Rechenzentren, Geldtransporter, Bürotürme, Klimaanlagen – verbraucht ein Vielfaches der Energie von Bitcoin. Das Militär, das den Dollar als Weltreservewährung absichert, verbraucht noch mehr. Darüber redet niemand. Bitcoin nutzt bereits heute zu über 50 Prozent erneuerbare Energien und steigt. Mining macht unrentable Energiequellen profitabel – Methangas, das sonst abgefackelt wird, geothermische Energie, Überkapazitäten von Wind und Solar. Und: Energieverbrauch ist nicht per se schlecht. Die Frage ist, wofür Energie genutzt wird. Für ein Geldsystem, das ohne Staat funktioniert, keiner Zentralbank unterliegt und nicht inflationiert werden kann – dafür lohnt sich jede Kilowattstunde.

Libertarismus ist doch ein USA-Import. Was hat das mit Deutschland zu tun? +

Die intellektuellen Wurzeln des Libertarismus sind europäisch. John Locke war Engländer. Frédéric Bastiat war Franzose. Die Österreichische Schule – Menger, Mises, Hayek – heißt so, weil sie aus Österreich stammt. Kant formulierte die Pflicht zur Autonomie. Humboldt forderte die „Grenzen der Wirksamkeit des Staates". Dass der Begriff „libertarian" heute amerikanisch klingt, liegt daran, dass amerikanische Denker wie Rothbard und Friedman die europäischen Ideen in den 1960ern popularisiert haben. Aber die Ideen selbst – individuelle Rechte, Vertragsfreiheit, Skepsis gegenüber zentraler Macht – sind so europäisch wie die Aufklärung selbst. Und gerade Deutschland, mit seiner Geschichte von Autoritarismus, Überwachungsstaat und Kollektivismus, braucht libertäre Ideen dringender als jedes andere Land in Europa.

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